Neues aus den Mutterstadter Grundschulen
„Die Händlerin der Worte“ gastierte in Mutterstadt

Foto: Gemeindeverwaltung Mutterstadt / Michael Hemberger
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Die Grundschule „Im Mandelgraben“ verfolgt ein neues Konzept, welches durch unterschiedliche Ansätze umgesetzt werden soll. „So möchten die Lehrer wertschätzende, respektvolle Kommunikation üben und schulen“ erläuterte die Konrektorin Charlotte Koch im Vorgespräch der Aufführung. Es sollen den Kindern „Wörter und Strategien“ mitgegeben werden, die es ihnen ermöglichten einen respektvollen Umgang miteinander einzuhalten. Das Ziel ist, das so erarbeitete „Handwerkszeug“ die Schülerinnen und Schülern besser spüren zu lassen, auch in Konfliktsituationen respektvoll miteinander umzugehen. Somit möchte man das gemeinsame Miteinander gezielt stärken.
Zum Auftakt des Projektes wurde das Theaterstück „Die Händlerin der Worte und die gestohlenen Wörter“ aufgeführt. Damit sollte die Macht von Worten nähergebracht werden. Die ausgebildete Musical-Darstellerin Marina Tinz von der „Nimmerland Theaterproduktion“ führte das Theaterstück als Solokünstlerin auf. Die Inszenierung handelte von einer Markthändlerin, die Worte verkaufte. Sie stellte jedoch fest, dass über Nacht ein Dieb alle netten Worte gestohlen hatte. Das Stück sollte Kindern nahe bringen, dass freundliche Worte Türen öffnen und beleidigende Worte Menschen verletzen können. „Höflichkeit ist wie ein Zauberspruch“, erklärte die Händlerin. Sie bringe andere dazu, zu helfen und die Höflichkeit zu erwidern. Anhand von gespielten Beispielen über höfliches Fragen und freundliches Bedanken verdeutlichte die Händlerin ihre Thematik. Es gab aber auch Schimpfwörter und Flüche im Angebot. Diese würden sich besonders gut verkaufen, sagte sie. Jedoch gehe es dabei nicht um vulgäre Kraftausdrücke, sondern um einfallsreiche Formulierungen von Ärger. Die Kinder sollten lieber Eigenkreationen wie „Scheibenkleister“ oder ähnliches „erfinden“ und dafür verwenden. Beleidigungen hingegen seien nicht akzeptabel: „Worte können verletzen und es kann lange dauern, bis die Wunden einer unbedachten Äußerung verheilt sind“, erklärte die Worthändlerin den Grundschülern. Zudem sollten die Schüler keine Angst vor Fremdwörtern haben. Diese seien zwar manchmal kompliziert, aber es seien bloß Wörter aus anderen Ländern und somit einfach eine andere Sprache. Am Ende des Stücks bat die Händlerin die Kinder um ihre Mithilfe. Im Unterreicht und Zuhause sollen sie in den nächsten Tagen und Wochen alle Worte, die ihrer Meinung nach wichtig für gutes Zusammenleben und Höflichkeit sind, aufschreiben und zu der von ihr auf einem großen Kuvert übergebenen Adresse schicken.
Das Theaterstück über den Gebrauch von Wörtern im Alltag wurde vom französischen Theaterpädagogen Claude Theil geschrieben und 1999 in Frankreich unter dem Titel „La marchande de mots“ uraufgeführt. Die Übersetzung von Thomas Lange wird seit 2005 von der niedersächsischen „Nimmerland Theaterproduktion“ an Grundschulen mit wechselnden Schauspielerinnen inszeniert. Das Stück war sehr unterhaltsam und durch das immer wieder interaktive Zusammenspiel mit den Kindern kurzweilig inszeniert. Aufgelockert wurde das Theaterstück durch Gesangseinlagen der Darstellerin, die auch durch das bunte Kostüm und dem liebevoll gestaltete Markt-Stand mit „Plüsch-Wörtern“ das Interesse der Kinder weckte.

Autor:

Michael Hemberger aus Mutterstadt

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