Gartenschau Kaiserslautern: Rehe suchen Beete heim und gefährden Blütenpracht

- Die Blütenknospen haben es den Rehen derzeit besonders angetan
- Foto: Christine Schweigert
- hochgeladen von Ralf Vester
Kaiserslautern. Der Neumühlepark auf dem Gelände der Gartenschau in Kaiserslautern wird seit Mitte Februar immer wieder von einem Rudel Rehen heimgesucht. Seit Wochen machen sich die Tiere in den späten Abend- und frühen Morgenstunden über die Tulpenzwiebeln her und verleiben sich inzwischen auch die zahlreichen Blütenknospen der Frühlingsblumen wie Stiefmütterchen ein. Offenbar überwinden die Rehe den Zaun über die dahinterliegenden, teils nicht allzu steilen Felswände und gelangen so auf den Abschnitt des Neumühleparks, vermutet Parkleiterin Christine Schweigert.
Das Gelände auf dem Kaiserberg wurde in der Vergangenheit schon öfter Opfer von Rehfraß, weshalb dort oben auch schon keine Tulpenzwiebeln mehr gesetzt werden. Die Heimsuchung des Neumühleparks ist jedoch noch ziemlich neu. Seit Mitte Februar durchwühlt dort offenbar ein Rehbock mit seinen Damen die Beete auf der Suche nach schmackhafter Nahrung. "Ich muss täglich ein paar Leute aus unserem Team zum Neubepflanzen rausschicken", sagt Schweigert.
Es ist jedoch wie mit dem Hasen und dem Igel. Es ist schier ein Ding der Unmöglichkeit, die entstandenen Schäden schnell wieder zu beheben. Dabei wurden schon diverse Tipps und Tricks ausprobiert, um der Lage Herr zu werden. Mit um die Beete drapierter, ungewaschener Schafswolle, die die Rehe vom Geruch her für gewöhnlich abhält, hat man es ebenso schon probiert, wie neuerdings mit Hundehaaren von Hundesalons, die auch noch nicht den durchschlagenden Erfolg gebracht haben. Selbst ausgewiesene Mittel, die den Rehen den Appetit verderben sollen, lassen diese unbeeindruckt. Noch gibt es also kein Erfolgsrezept, das die Plage beheben könnte.
Eine gewisse Ratlosigkeit macht sich im Gärtnerteam der Gartenschau breit. Zumal die letzten Vorbereitungen auf die Eröffnung am kommenden Dienstag, 1. April 2025, natürlich auf Hochtouren laufen. Da kommen derlei Probleme freilich zur absoluten Unzeit. Daher hat sich die Gartenschau mit einem Post auf Social Media in weiser Voraussicht schon mal an die Besucherinnen und Besucher gewendet: "Wir sind traurig, und uns bleibt nun nichts anderes übrig, als Euch die traurige Kunde zu überbringen, dass der Park dieses Jahr vielleicht nicht in der gewohnten Blütenpracht erstrahlen wird. Wir bitten um Euer Verständnis!"
Eine Botschaft, die sicherlich alle verstehen werden, denn das Team macht alles, was es nur kann, um die Gäste auch in diesem Jahr am großen Zauber der Pflanzenwelt teilhaben zu lassen. Gegen derlei Naturgewalt ist buchstäblich kaum ein Kraut gewachsen. Die Gartenschau wird auch heuer wieder Besuchermassen anlocken und mit allerlei Attraktionen und Angeboten verwöhnen. Bleibt zu hoffen, dass die eigentlich so possierlich-schönen Rehe das Gelände bald weitgehend zur Ruhe kommen lassen. rav





Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
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