Problemfall Lachgaskartuschen: Nicht über den Restmüll entsorgen
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- Lachgaskartuschen
- Foto: ZAK/gratis
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Kaiserslautern. Lachgas gilt vor allem bei Jugendlichen vermehrt als angesagte Partydroge. Wie gefährlich das Distickstoffmonoxid für die Gesundheit und die Umwelt ist, wissen dabei die wenigsten. Aber auch die Entsorgung der handelsüblichen Lachgas-Kartuschen stellt die Entsorger vor eine große Herausforderung. Darauf hat jetzt die Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern (ZAK) hingewiesen.
Noch ist Lachgas fast überall frei verfügbar. Als erste Kommune in Rheinland-Pfalz will die Stadt Kaiserslautern den Verkauf an Minderjährige verbieten. Neben gravierenden gesundheitlichen Folgen stellt auch die Entsorgung der Kartuschen eine große und zuweilen gefährliche Herausforderung für die Kommunen dar. Das beginnt beim achtlosen Wegwerfen der Flaschen in der Umwelt, auf öffentlichen Plätzen oder im Bereich von Spielplätzen und Schulen. In der Stadt Kaiserslautern werden beispielsweise regelmäßig immer größere Mengen von Lachgasflaschen, die im öffentlichen Raum illegal entsorgt werden, von der Kommune eingesammelt und bei der ZAK zur Entsorgung angeliefert.
Hier ist größte Vorsicht geboten, denn der Inhalt der Kartuschen kann sich in Müllverbrennungsanlagen zu regelrechten Sprengkörpern entwickeln. Deshalb sind diese in den Anlagen zur Entsorgung ausgeschlossen und dürfen nicht über den Restabfall entsorgt werden. Die Lachgasflaschen werden daher von der ZAK in der Problemabfallsammelstelle gesondert erfasst, gelagert und dann in einer speziellen Entsorgungsanlage für diese Abfälle in Baden entsorgt. Damit verbinden sich je Flasche immense Kosten im hohen zweistelligen Eurobereich, die wiederum von allen Gebührenzahlern getragen werden müssen.
Neben der Explosionsgefahr und der Gesundheitsgefahr ist das Lachgas auch ein heftiger Klimakiller. Die Wirkung des Lachgases ist 300-fach klimaschädlicher als die von CO2, weist die ZAK hin.
Aus diesem Grund appelliert sie, Lachgas-Kartuschen niemals über den Restmüll, sondern zwingend über die Problemabfallsammelstelle oder das Umweltmobil zu entsorgen. Nur so sei gewährleistet, dass in den Flaschen enthaltene Restgas sicher zu zerstören und die verbleibenden Materialien – Stahl, Messing und Kunststoff – einer umweltfreundlichen stofflichen Verwertung zuzuführen. red
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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