Mit des Nachtwächters Gattin durch Rodalben
Polizei und Feuerwehr

Grünesputsche Frau mit dem Nachtwächter  | Foto: Horst Zinke
  • Grünesputsche Frau mit dem Nachtwächter
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Rodalben. Der Nachtwächter sorgte bis ins 19. Jahrhundert dafür, dass sich in den Gassen der Stadt kein Gesindel herumtriebt und alarmierte die Bewohner, wenn ein Brand ausbrach. Er war Polizei und Feuerwehr der nächtlichen Stadt. In Rodalben ist seine Gattin noch heute unterwegs, um Interessierten die Geschichte der Stadt zu erklären.

„Hört ihr Leut´ und lasst euch sagen, uns´re Glock hat sieben geschlagen“, ruft Anke Vogel aus, die in Rodalben Nachtwächter-Führungen anbietet. Doch was passiert, wenn der Nachtwächter krank ist oder ums Leben kommt? „Dann übernimmt seine Gattin die Aufgaben“, erklärt Anke Vogel. So mussten sich auch Frauen in einem klassischen Männerberuf unter Beweis stellen – bis ein Ersatz gefunden wurde.

Nachtwächter: Kurzweilige, humorvolle und informative Führungen

In dieser Rolle führt Sie interessierte durch das beschauliche Städtchen, vorbei an sehenswerten Brunnen und besonderen Häusern. Die Führung ist kurzweilig und humorvoll. Besucher wissen anschließend, wer „unter Dach und Fach“ lebte und schon damals „steinreich“ war. Zur Rolle der Frau in der Rodalbener Vergangenheit lehrt auch die Geschichte der „Grünesputsche Frau“ einiges. Diese ist in einem der Brunnen in Rodalben verewigt.
Zur Ausrüstung des Nachtwächters gehört ein Horn, das er zur vollen Stunde blies. Eine Laterne und die Hellebarde gehörten auch dazu, um sich gegen Gesindel zur Wehr zu setzen. Die Hellebarde ist ein bis zu zwei Meter langer Holzstab mit einer kurzen und einer langen Klinge sowie einer Spitze aus Eisen, wie sie vom 14. bis 16. Jahrhundert im Krieg das Fußvolk als Waffe trug und die Schweizer Garde im Vatikan noch heute trägt.

Nachtwächter koordinierten die Löscharbeiten

Die Nachtwächter waren Feuerwehr und Polizei in einer Person. Wenn es brannte, weckte der Nachtwächter die Bewohner und koordinierte erste Löschversuche“, erklärt Vogel. Gesindel, das sich in der Dunkelheit noch auf den Straßen unterwegs war, kontrollierte der Nachtwächter. Die Rufe zur vollen Stunde dienten der Beruhigung der Bevölkerung. „Dann wussten sie, dass der Nachtwächter nicht eingeschlafen war und seinem Dienst nachgeht“, so Vogel. Während der Tour trifft man auf einen Kollegen des Nachtwächters, den Henker. Nach einer kleinen Schauspieleinlage gibt es „bei Feuerschein eine Nachtwächterspeis“ vor dem zuvor besichtigten Eiskeller in Rodalben.
Anke Vogel ist Zertifizierte Natur-, Kultur- und Gästeführerin. Zum Beruf kam sie aus Interesse zu ihrer Heimat. Seit etwa elf Jahren ist sie als Gästeführerin aktiv und führt Gäste mit viel Herzblut durch die Gassen des .
Die Führungen werden in der Regel von 20 bis 30 Personen besucht. Das nächste Mal führt Vogel am Freitag, 19. November, ab 19 Uhr als Frau des Nachtwächters durch Rodalben. Von 22. bis 24. April trifft sich in Rodalben die Gilde der Nachtwächter und Türmer aus dem deutschsprachigen Raum. Auch hier wird es Führungen geben. kim

Information:
Anke Vogel, E-Mail: ankevogel@g-ig.de, Telefon: 06331 62124

Hüter der Nacht
Autor:

Dehäm Magazin aus Ludwigshafen

Amtsstraße 5-11, 67059 Ludwigshafen
+49 621 5902484
redaktion@suewe.de

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