Gesundheitswesen digital
Mithilfe von KI Patienten besser versorgen

Moderatorin Daniela Bublitz im Gespräch mit Prof. Karlheinz Seidl vom Westpfalz-Klinikum | Foto: Eigene Aufnahme
  • Moderatorin Daniela Bublitz im Gespräch mit Prof. Karlheinz Seidl vom Westpfalz-Klinikum
  • Foto: Eigene Aufnahme
  • hochgeladen von Bärbel Hoffmann

Fachreferenten und Teilnehmer der HIH-Summit 2024 waren sich einig: Am deutschen Datenschutz muss noch gefeilt werden. Damit Krankenhäuser und Arztpraxen konsequent digitalisiert werden können. Die elektronische Patientenakte sei eine wichtige Voraussetzung. Sie tritt 2025 für alle in Kraft. Digitalisierung sei dringlich, die Einführung benötige aber Zeit und Geld. Sie könne letztlich die finanzielle Not vieler Krankenhäuser abwenden.

Beim HIH-Summit, Health and Innovation Hub, treffen sich Gesundheitsexperten, Innovatoren, Startups. Angesiedelt ist das Netzwerk am Kaiserslauterner BIC, dem Business + Innovation Center.

Verschleppte Digitalisierung wird in Deutschland zwar immer wieder angemahnt. Doch Kaiserslautern stünde, was Technologie und Innovation betreffe, doch gut da, hieß es. Unter anderem mit dem DFKI, dem Deutschen Forschungszentrum für KI.

Mit Digitalisierung Patienten in Mittelpunkt stellen

Vorrangig sei, in Krankenhaus oder Arztpraxis, die verbesserte Patientenversorgung, mahnt der Ärztliche Direktor des Westpfalzklinikums Professor Karlheinz Seidl an. Mithin die elektronische Patientenakte – die werde noch viel zu wenig genutzt.

Künstliche Intelligenz (KI) werde die Arbeit deutlich erleichtern: „Daten können ausgelesen, zusammengebracht werden, als Grundlage für die Diagnose. Die Therapie kann deutlich verbessert werden.“

  • Ein Beispiel: Bei der Lungenkrankheit COPD gebe es viele Phänotypen, also Formen. Werte man digital große Mengen an Daten aus, könne man letztlich auf Basis der aufbereiteten Daten Patienten individuell behandeln.

Bei allem. Die letzte Instanz bleiben immer Arzt oder Ärztin: sie treffen die Entscheidungen.
„Die Mitarbeiter brauchen Durchhaltevermögen“, fügte Karlheinz Seidl an. Doch seien erst einmal positive Effekte erkennbar, erhöhe das die Resonanz.

Der Einsatz von KI muss sich letzlich rechnen

Gernot Reinmüller von Business Automatica GmbH sprach klare Worte zu dem, was KI kann und was sie nicht kann. Weiter: „Der Einsatz ist erfolgreich, wenn er sich rechnet.“

Künstliche Intelligenz, KI in Medizin, sei ein Hilfsmittel, es löse keine Probleme. Denn: „KI denkt nicht, ist nicht kreativ, wägt nicht ab.“ Die Maschine treffe auch keine Entscheidungen.

Man könne Verträge mit KI gestalten, Arztbriefe in leichter Sprache verfassen; komme der Dokumentationspflicht nach. Lägen Dokumentationen in unterschiedlichen Formaten vor, könnten die vollautomatisch zusammengebracht werden.

Man müsse jedoch bereit sein, die vorhandenen Daten zu nutzen. Bis die Modelle laufen, dauere es ein bis zwei Jahre. Nicht Standardlösungen, sondern individuelle Software seien die Zukunft. „Man muss wissen, was man will, dann ausprobieren, ob es funktioniert“, so Gernot Reinmüller.

Telemonitoring: Fernüberwachung von Patienten

Bei der Keynote, also der Kernbotschaft der Konferenz, ging es um eine Software für Remote Patient Monitoring. Einem Teil des Telemonitoring: Fernüberwachung von Patienten. Vorgestellt von Diana Klich, Qurasoft GmbH.

Zur Überprüfung der Vitalwerte kämen Patienten in der Regel einmal im Quartal oder Semester in die Praxis. Die übrige Zeit finde keine Beobachtung statt. Die Remote-Überwachung könne über Wearables, tragbare elektronische Geräte, laufend Werte übermitteln: zum Beispiel Puls, Blutdruck, Gewicht, Blutzucker.

Als Beispiel führte die Referentin einen Herzpatienten an, dessen Gewicht sich plötzlich erhöht habe. Was auf Wassereinlagerungen schließen lässt. Dem Patienten sei umgehend ein Medikament verordnet, ein Krankenhausaufenthalt sei abgewendet worden.

  • Ehrlich gesagt, ständige Überwachung, das wäre mir zu viel, zu einschneidend in mein Leben. KI ja, Digitalisierung um Gottes willen ja. Aber Dauerüberwachung: nein. Das ist meine Grenze. Bisher höre ich auf die Zeichen meines Körpers, und bewerte sie selbst. Das sollten wir alle, denke ich, nicht verlernen.
Autor:

Bärbel Hoffmann aus Kaiserslautern

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