Rasanter Baufortschritt bei den Infrastrukturprojekten Hochstraße
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Ludwigshafen. Das gigantische Infrastrukturprojekt rund um die Hochstraßen zeigt sichtbare Fortschritte. Der erste Lückenschluss an der Hochstraße Süd vollzieht sich noch Freitagnacht und der Baugrund für die Kohl-Allee wird vorbereitet.
Helmut Kohl-Allee: Neue Westbrücke
An der neuen Westbrücke, die leicht verschwenkt zur bisherigen Trasse über den teils zurück gebauten Güterbahnhof Richtung A650 verläuft, liegen die Bauarbeiten im Plan. Derzeit läuft noch die Betonage der neuen Widerlager. Für den Verkehr freigegeben wird die Brücke erst 2028. Bereits Anfang März wird dagegen ein Teil des dort vorgesehenen kombinierten Geh- und Radwegs freigegeben.
Auch im Mittelteil schreiten die vorbereitenden Arbeiten für den Abriss der Hochstraße Nord und den Bau der ebenerdigen Kohl-Allee voran. Auf dem Messplatz und dem Parkplatz Jaegerstraße laufen derzeit auf 35.000 Quadratmetern Erdbauarbeiten mit begleitenden Kampfmittelsondierungen. Parallel dazu wird die ehemalige Haltestelle Danziger Platz entkernt, um sie von Oktober bis ins Frühjahr 2026 gemeinsam mit den Teilen des sogenannten C-Tunnels zu verfüllen, der vom Danziger Platz zum Bahnhof verläuft. Nachdem die Rathausfassade planmäßig abgetragen ist, beginnen Mini-Bagger ab Ende März mit dem Abknabbern des Betons am zurückgebliebenen Turmskelett.
Nachhaltige Mobilität
Zum Jahresende beginnen die Straßenbauarbeiten im Bereich des Messplatzes. „Ziel ist es, alle Formen der Mobilität zu fördern und zu verbessern, nicht nur den motorisierten Verkehr, sondern auch den ÖPNV sowie den Rad- und Fußverkehr. Nur so können wir uns zukunftsorientiert aufstellen", sagte Baudezernent Alexander Thewalt beim Pressegespräch. Mit dem Bau des neuen Radwegs unter und auf der Hochstraße Süd kann nach derzeitigem Stand Mitte 2026 begonnen werden, sofern die Entwicklung der Arbeiten an der Weißen Hochstraße dies zulassen. Ab Sommer 2028 wird dann die neue Radverbindung zwischen Bahnhof und Konrad-Adenauer-Brücke nutzbar sein.
"Wir bauen hier eine nachhaltige und funktionsfähige Infrastruktur, und gleichermaßen leisten wir einen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Erst vor wenigen Wochen haben wir das Werkstattverfahren für das neue Stadtquartier abgeschlossen – mit einem Zielkonzept, das die entstehenden neuen innerstädtischen Räume sozial und ökologisch resilient, 'enkeltauglich', wenn ich Professor Neppl zitieren darf, denkt. In diesem Jahr werden wir die Planungen weiter unterfüttern – innerhalb der Verwaltung, in den politischen Gremien, im Dialog mit der Bürgerschaft", erklärte OB Jutta Steinruck.
Schäden an Weißer Hochstraße: Überplanung notwendig
Seit Wochen wächst die neue Brücke sichtbar an die Weiße Hochstraße heran. Die Arbeiten werden aktuell noch westlich der Berliner Straße fortgesetzt, die noch bis September zwischen der Kreuzung Dammstraße und dem Kreisel am Paul-Kleefoot-Platz für Auto und Bahnen gesperrt ist. Die neue Hochstraße wird Anfang 2026 fertiggestellt.
Bei Instandsetzung der weißen Hochstraße zeigten sich Mängel des baulichen Zustands. So traten beim Abbruch der Brückenkappe Schäden zutage, die Ergebnis von Vorschädigungen der äußeren Brückenränder sind. Vorab müssen die Schäden nun aufwendig saniert werden. Die Bauprojektgesellschaft (BPG) musste deshalb die Bauabläufe überplanen: Statt Abschnitt für Abschnitt instand zu setzen, wird nun an mehreren Stellen gleichzeitig gebaut.
Auch die Sanierung der Auf- und Abfahrtsrampen zur Pylonbrücke wird daher zeitlich vorgezogen, um den Zeitverzug wettzumachen. Ab 3. März wird die Auffahrtsrampe in der Kaiser-Wilhelm-Straße, ab 24. März dann die Abfahrtsrampe Dammstraße in Richtung Stadtmitte gesperrt. Die Freigabe erfolgt für beide Rampen voraussichtlich Mitte Oktober, genauso wie für die gesamte Pylonbrücke. Steinruck erklärte, dass es dadurch zu erhöhter Verkehrsbelastung in der City kommen könnte. Man würde den Verkehr beobachten und nötige Anpassungen vornehmen.
"Projekte von einer solchen Größe können nur dann gestemmt werden, wenn sich die vielen Beteiligten und Betroffenen abstimmen, deshalb sind wir im regelmäßigen Austausch mit den Fachleuten in den Planungs- und Ingenieurbüros, mit unseren Baufirmen, unseren städtischen Fachdienststellen, genauso wie mit der rnv“, sagte Thewalt. Die Umplanungen zielen darauf, Belastungen für Anwohner auf ein Mindestmaß zu reduzieren und den Zeitplan einzuhalten.
Die neue Hochstraße Süd wird durch die Neuplanung der Abläufe erst im zweiten Quartal 2026 freigegeben. jg/red
Weitere Informationen:
Um mögliche Verkehrsbelastungen für den Innenstadtbereich zu reduzieren, empfiehlt die Stadtverwaltung Verkehrsteilnehmenden, das Angebot des Umweltsensitiven Verkehrsmanagements (UVM) zu nutzen.
Am Mittwoch, 12. März, 18 bis 20 Uhr, lädt die Stadtverwaltung erneut zu einer Online-Sprechstunde ein, um Hinweise aus der Stadtbevölkerung einzuholen, Fragen zu beantworten und Infos zu geben. Mit dabei sind Steinruck, Thewalt, die Projektleitung der BPG sowie Experten aus der Verwaltung. Link zur Sprechstunde am 12. März auf www.ludwigshafen-diskutiert.de
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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