Frühling: Radfahren schenkt Lebensfreude und ist Beitrag für die Umwelt

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BUND. Die wärmere Jahreszeit lädt ein, wieder aufs Rad zu steigen. Reifen aufpumpen, Kette ölen, ein paar Schrauben nachziehen: Viel mehr ist oft nicht nötig und auch Fahrräder, die im Keller überwintert haben, sind wieder startklar. Christine Wenzl, Nachhaltigkeitsexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt, wie man gut in die Radsaison starten und dabei nicht nur die eigene Lebensqualität steigern, sondern auch Ihre Umgebung verschönern.
Gesundheitsfördernd und umweltfreundlich
Radfahren ist gesund und macht glücklich. Es gibt wohl kaum einen gesünderen Ausdauersport: Mit regelmäßigem Training nimmt das Herzvolumen zu, die Blutgefäße werden elastischer, und das Gehirn wird besser durchblutet. Bereits 30 Minuten tägliche Bewegung steigern Gesundheit und Wohlbefinden erheblich. Zugleich profitiert die Umwelt.
Christine Wenzl, BUND-Expertin für Nachhaltigkeit: „Mit jedem Weg, den wir nicht mit dem Pkw, sondern mit dem Rad zurücklegen, verkleinern wir unseren CO2-Fußabdruck und leisten einen Beitrag für bessere Luft und weniger Lärm. Verkehrsberuhigte städtische Quartiere bieten mehr Sicherheit und verbessern damit die Lebensqualität für uns alle – besonders aber für Kinder und ältere Menschen.“
Kurzstrecken-Routine aufbauen
Jeder zweite Weg, der mit dem Auto zurückgelegt wird, ist kürzer als fünf Kilometer. Ein Viertel aller Autofahrten sind sogar kürzer als zwei Kilometer. Doch gerade auf Kurzstrecken ist der Spritverbrauch erhöht: bei kaltem Motor auf den ersten zwei Kilometern bis zu 200 Prozent. Mit der richtigen Ausrüstung wie wetterfester Kleidung, Helm, Fahrradtaschen oder Anhänger, dem passenden Fahrrad und etwas Training wird das Radfahren schnell zur besseren Alternative. Oft lässt sich das Rad auch gut mit dem öffentlichen Nahverkehr kombinieren, indem Sie einen Teil der Strecke mit Bus oder Bahn zurücklegen. Insbesondere im ländlichen Raum können Pedelecs für längere Wege bis zehn Kilometern und die noch etwas schnelleren S-Pedelecs auf Strecken über zehn Kilometer eine sinnvolle Alternative zum Auto sein.
Christine Wenzl empfiehlt: „Für den Anfang bieten sich vielleicht schon ein oder zwei Alltagswege pro Woche an, um neue Routinen zu etablieren. Etwa der Weg ins Fitnessstudio oder zum Sportverein. Das lässt sich langsam steigern. Und für den Weg zur Arbeit lässt sich mit einem kleinen Umweg vielleicht eine Route finden, die grüner und ruhiger ist als der gewohnte Weg entlang der Hauptstraße.“
Bunte Aktionen für fahrradfreundliche Städte
„Fahrradfahren hat gesellschaftlich stark an Bedeutung gewonnen. Sowohl die Anzahl der Wege wächst, die mit dem Rad zurückgelegt werden, als auch die Zahl gut ausgebauter Fahrradwege. In den letzten Jahren ist eine neue Fahrrad-Bewegung entstanden. Ob Critical Mass, Fahrrad-Sternfahrten oder Protestaktionen für geschützte Radfahrstreifen: Zigtausend Menschen machen Jahr für Jahr mit Aktionen wie diesen fürs Radfahren mobil“, erklärt Christine Wenzl.
Eine Critical Mass etwa lässt sich auch leicht selbst organisieren: Laut Straßenverkehrsordnung dürfen mehr als 15 Radfahrende auf der Fahrbahn einen geschlossenen Verband bilden und dann auch zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren. Christine Wenzl rät dennoch eine Fahrraddemonstration anzumelden: „Denn dann können Sie auch politische Botschaften und Forderungen in Form von Plakaten und so weiter transportieren. Eine solche Fahrt durch die Stadt eignet sich bestens, um ein Zeichen für mehr Platz für den Radverkehr zu setzen.“
Für sichere Fahrradwege und Stellplätze auch in Ihrer Stadt
Die BUND-Expertin ermutigt Bürgerinnen und Bürger, auch auf dem Behördenweg bessere Bedingungen für den Radverkehr vor Ort einzufordern: „Konkret können Sie sich für Fahrradstellplätze in ihrer Straße, gut einsehbare Kreuzungen oder einen temporären Fahrradweg einsetzen. Erster Ansprechpartner ist das zuständige Verkehrsamt. Dort können Sie in einem formlosen Antrag, zum Beispiel direkt mit einer E-Mail, ihr Anliegen vortragen. Wichtig ist es, Gründe zu nennen, warum die Maßnahme nötig ist. Dabei hilft es, wenn Sie nachweisen können, dass viele Menschen sich die Veränderung wünschen, etwa durch eine Unterschriftensammlung.“
Das kostenlose BUND-Handbuch „Radverkehr selber machen!“ bietet zahlreiche Tipps und Anregungen, wie man sich am Wohnort für eine fahrradfreundlichere Umgebung einsetzen kann. Das lohnt sich in mehrfacher Hinsicht. „Die Fahrradbewegung vereint Klimaschutz und Stadtpolitik, das Lokale und Globale und: Sie zeigt Wirkung. Machen Sie mit. Denn das Schöne am Thema Radverkehr ist: Das eigene Engagement hat ganz konkrete, sichtbare Auswirkungen“, weiß Christine Wenzl.red
Autor:Karin Hoffmann aus Ludwigshafen |
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