Wie "Gelbfüßler" zu ihrem Necknamen kamen
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- Wie "Gelbfüßler" zu ihrem Namen kamen.
- Foto: Nadine Doerlé/ Pixabay
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"Gelbfüßler". So werden die Badener gerne mal genannt. Wie das kam - oder auch nicht. Gedanken von Kurt Emmerich.
"Gelbfüßler“ oder "Gälfiäßler" als Neckname für die Bewohner Badens, wie sie gerne bezeichnet werden. Doch: Woher kommt der Ausdruck "Gälfiäßla" ("Gelbfüßler“). Liegt das bei den Badenern an der gelben Fuß-, Beinkleidung, die verschiedene Truppenteile zur Zeit von Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (Türkenlois) im 17. Jahrhundert als Teil (Strumpfhosen, Gamaschen) der Uniform trugen? Hat es bei den badischen „Gelbfüßlern“ mit dem „Gelb“ in der Landesfahne zu tun? Das Land Baden, beginnend von der Schweizer Grenze bis zum Main, ist unter Markgraf Karl Friedrich 1806 durch Napoleon entstanden?
"Gelbfüßler" und die gelben Gamaschen
Denn: „Gelbfüßler“ als Spitznamen ist wesentlich älter. Die Ursprünge dieser Bezeichnung liegen mehr als 400 Jahre zurück, so dass eine genaue Zuordnung zu einem Gebiet wohl kaum noch möglich sein wird. Vor 200 Jahren war der Begriff "Gelbfüßler" in Verbindung mit den Schwaben im Gebrauch, wobei „Schwaben“ größtenteils den alemannischen Sprachgebrauch beinhaltete, also auch das Elsass und die Pfalz.
Die Schwaben sind Nachkommen eines germanischen Stammes, die von den Römern als Suebi Nicrenses (Nicretes) "Neckar-Suebi" am unteren Neckar angesiedelt worden waren.
Schwäbische Weinbauern als „Gelbfüßler?“
Im „Bayerischen Wörterbuch“ 1872 steht: "Gelbfüßler" ist einer der vielen Spottnamen, mit denen die Schwaben beehrt werden. So auch im „Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm 1897: „Vor Zeiten ein Spottname der Schwaben bei den Nachbarn".
Im Schwäbischen Wörterbuch, Stuttgart 1831 findet man unter "Gelbfüßler": „Die Württembergische Weinbauern des Unterlandes tragen gelbe hirschlederne Hosen, oder wegen der Farbe der Livree der Hofbediensteten“.
Eine Erklärung fürs Barfußlaufen durch Kot, Dreck und Staub?
Der im Jahre 1546 in Straßburg geborene berühmte frühhochdeutsche Dichter Johann Baptist Fischart schrieb in einem Kontext, dass die Schwaben „gelb Füß“ haben.
In „Die Sieben Schwaben“ textete Sebastian Sailer (1714-1777) im zweiten Auftritt: „Was trümmlescht jetz so überzwear dohear. Ich glaub, da bisch dir älle Häusle (Abtritte) im ganza Schwobaland durgwata, so siehscht aus.“
„Gelbfüßler“ in Verbindung mit Eiertreten?
Im „Kriegszug der Sieben Schwaben“ von Ludwig Aurbacher 1827 wird „Gelbfüßler“ genannt, und zwar in Beziehung an die Abgabe von Hühnereiern an den Herzog von Bopfingen.
Die Bauern hätten die Eier in einen Korbwagen gelegt, und weil da nicht alle Eier Platz hatten, wurden diese mit den Füßen eingestampft. Natürlich gab es dabei gelbe Füße, daher die Bezeichnung.
Diese Erklärung findet man auch für andere Orte im Zusammenhang mit Schwaben beziehungsweise Alemannen. Selbst den Auswanderer aus dem alemannischen Sprachraum, die vor etwa 200 und mehr Jahren nach dem Osten übersiedelten, blieb der Spitznamen anhaften. So in Bessarabien, in der Kolonie „Baden“ bei Odessa, Johannisfeld und Filipowa in der Batschka.
Die „Eiergeschichte“ wurde auch von den Russlanddeutschen in Kasachstan erzählt, dass da die Eier an die russische Zarin abzuliefern gewesen seien und mit den Füßen eingetreten wurden. Das Ablieferungssoll war jedenfalls damit erfüllt.
Ob nun der Neckname „Gelbfüßler“ seinen Ursprung in der Beinkleidung, Barfußlaufen im Kot und Dreck oder gar von Eiertreten herstammt, ist nicht erwiesen, jedoch der spaßige Neckname „Gelbfüßler“ war einst in Vereinsnamen und Veranstaltungen im Gebrauch, sodass der Bestand von „Gelbfüßler“ noch immer sehr gut in Erinnerung ist.
(Quelle: Universität Freiburg)
Ihr Kurt Emmerich
"Gelbfüßler": Woher stammt der Neckname?
Autor:Kurt Emmerich aus Östringen |
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