Technoseum Mannheim: Faszination der Technik erleben

- Technoseum: Die Dampfmaschine ist eine der Stars im Technoseum
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Technoseum. Vorführungen und Erklärungen durch Technikscouts sowie Mitmachstationen machen den Besuch des Technoseums in Mannheim zu einem besonderen Erlebnis, bei dem man mit jeder Menge Spaß viel über die Entwicklung der Technik seit der Industrialisierung lernt.
Um den großen Kessel dampft es, doch bevor die Kraft des Wasserdampfs in Bewegung umgesetzt wird, sind noch einige Handgriffe zu erledigen. Der Technikscout Rainer Huth an der Dampfmaschine im Technoseum Rainer Huth geht mit der kleinen Gruppe um das große Rad herum. Mit einem Hebel muss zunächst die Kurbelwelle aus dem Totpunkt gehoben werden. Der 60-jährige Scout zeigt den drei Männern zunächst, wie es geht, dann sind sie dran. Alle schaffen es, aber sie merken: das ist Schwerstarbeit. Dann öffnet Huth, der als Buchdruckermeister bei Heidelberger Druckmaschinen gearbeitet hat, ein Ventil und das große Antriebsrad beginnt, sich in Bewegung zu setzen. Auf der anderen Seite ist die Maschine aufgeschnitten, so dass man die Pleuelstange hin- und hersausen sieht.
Stars des Technoseums: Dampfmaschine und Dampflok

- Technikscout Rainer Huth erklärt an einem Modell die Funktionsweise der Dampfmaschine
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Die große Dampfmaschine ist eine der Stars der Dauerausstellung im Technoseum. Sie wurde wie einige andere Großobjekte bereits während des Baus in den Raum geschafft und steht aus statischen Gründen nicht in der korrekten Chronologie des Museums. Das gleiche gilt für die Dampflok des Museums aus dem Jahr 1896 - ein weiterer Publikumsliebling. Auch diese ist noch in Betrieb, auch wenn der Dampf nicht durch die Verbrennung von Kohle erzeugt wird. Die Lokomotive fährt zu bestimmten Zeiten durch den Vorgarten des Landesmuseums.
Die Ausstellung startet auf der obersten von sechs Ebenen des Gebäudes. Zunächst sieht der Besucher, wie in der Agrargesellschaft vor der industriellen Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts gearbeitet wurde. "Hier stand Holz als Brenn- und Werkstoff im Mittelpunkt", erklärt die Pressesprecherin des Technoseums Marit Teerling. Schippe, Egge, Leiterwagen - alle Geräte waren aus Holz, nur vereinzelt mit Eisen beschlagen. Auch der große Tretkran ist aus Holz. Dieser wurde nach einem Kran, wie er beim Bau des Mannheimer Rathauses verwendet wurde, nachgebaut. Den Kran können Gruppen betreten und mit eigener Kraft einen 275 Kilogramm schweren Sandstein in die Höhe hieven.
Vorführungen, Technikscouts und Mitmachstationen

- Elementa heißen die Mitmachstationen im Technoseum - Technik zum Anfassen und mit jeder Menge Spaß
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In der Geschichte der Industrialisierung spielt die Weberei eine wichtige Rolle. So ist das Technoseum recht stolz auf die historische Weberei, die sie aus dem Schwarzwald erhielt. Seit dem 19. Jahrhundert bis 1981 war die Weberei in Betrieb und so gibt es dort Webstühle von 1875 bis 1938, die ebenfalls noch funktionieren und vorgeführt werden. Der ursprüngliche Antrieb durch ein Mühlrad ist jedoch durch einen Elektroantrieb ersetzt.
Wie in ein Puppenhaus kann man in eine typische Arbeiterwohnung schauen und gegenüber schaut man durch die Fenster auf einen Strebergarten, wie er um 1900 üblich war. Die Arbeiterkneipe ist noch in Betrieb und dient als Museumscafé. Durch eine Großstadtkulisse kommen die Gäste schließlich zur Automobilgeschichte. Gezeigt werden Experimentierfahrzeuge mit Wasserstoff- und E-Antrieb, aber auch einen Ro80 und vor allem Massenfahrzeuge wie der Käfer. An einem Teil der Fertigungsstraße für den Porsche 911, die von 1965 bis 1981 in Zuffenhausen in Betrieb war, wird demonstriert, wie sich die Fertigung der Automobile verändert hat. Drei Traktoren des Mannheimer Herstellers Lanz zeigen die Entwicklung in der Landwirtschaft. Spannend ist auch die kleine Ausstellung zur Mediengeschichte, bevor das Haus mit einer letzten Mitmachstation einen Ausblick auf die Zukunft wagt.
Die Scouts und die Mitmachstationen "Elementa", an denen die Gäste die Physik hinter der Technik buchstäblich begreifen können, machen das Mannheimer Technikmuseum lebendig. Dort kann an verschiedenen naturwissenschaftlichen Experimenten alles ausprobiert werden. Bei diesen interaktiven Stationen haben vor allem Jugendliche viel Spaß. "Wir sind kein reines Technikmuseum", sagt die Pressesprecherin Teerling. Denn das Museum, das im Untertitel "Landesmuseum für Technik und Arbeit" heißt, hat den Anspruch auch die sozialen Folgen der Technik zu zeigen, auf die Arbeit und das Leben der Menschen. Momentan wird eine Neugestaltung des Technoseums geplant, denn in der Sammlung des Landesmuseums sind noch etliche technische Exponate aus der Vergangenheit, die aktuell nicht gezeigt werden. Und der chronologische Aufbau des Museums hat nicht nur Vorteile.
Immer wieder wird die Dauerausstellung auch durch Sonderausstellungen ergänzt. Allerdings ist die aktuelle Sonderausstellung "Spiel mit! Bauen – Zocken –Knobeln" nur noch bis Sonntag, 9. März, zu sehen und für dieses Jahr ist keine weitere Sonderausstellung geplant.
Im Technoseum kann man für private Zwecke fotografieren und filmen und es steht freies WLAN zur Verfügung.
Technoseum für Gruppen, Schulklassen und Kindergeburtstage
Das Technoseum ist besonders geeignet für Schulklassen und andere Kinder- und Jugendgruppen, die hier die Faszination der Technik erleben können. Dafür meldet man die Gruppe am besten vorher an telefonisch unter 0621 4298-839 per E-Mail unter buchungsservice@technoseum.de
Im Technoseum gibt es auch die Möglichkeit, Kindergeburtstage zu feiern. Verschiedene Angebote richten sich an Mädchen und Jungen ab fünf Jahren. Das Museum wird dann zum Detektivbüro oder zum Laboratorium, in dem Maschinen oder Raketenautos konstruiert werden. Die verschiedenen Angebote können von Gruppen auch ohne Geburtstag gebucht werden.
Öffnungszeiten und Preise
Das Technoseum hat dienstags bis sonntags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Montags hat das Museum also außer an Feiertagen geschlossen.
Erwachsene bezahlen zwölf Euro Eintritt, Kinder ab sechs Jahren und Menschen mit Ermäßigung neun Euro. Kinder bis fünf Jahren haben freien Eintritt.
Anfahrt und Parkplätze
Am besten erreicht man das Technoseum mit der RNV-Straßenbahnlinie 6 und 6A. Von der Haltestelle "Luisenpark/Technoseum" der Linie 6 sind es noch etwa 250 Meter Fußweg, von der Haltestelle "Technoseum Süd" der Linie 6A sind es gut 350 Meter. Wenn man „Mannheim, Technoseum“ eingibt, kann man seine Fahrt auf vrn.de planen.
Anreise mit dem PKW:
Das Technoseum liegt an der Museumsstraße 1 in Mannheim. Informationen auch unter www.technoseum.de
Allerdings erkennen nicht alle Navigationssysteme die Adresse des Museums. Alternativ gibt man „Theodor-Heuss-Anlage 2“ ein, um auf einen der Besucherparkplätze des Museums (Parkplätze „Friedensplatz 1-3“) geleitet zu werden. Für die Anfahrt mit Google Maps ist „Friedensplatz 2“ als Ziel einzugeben.
Es sind auch Parkplätze für Busse vorhanden.
Technoseum





Autor:Roland Kohls aus Mannheim |
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